Augustinus Winkelmann und die Kunst

Als Augustinus Winkelmann 1924 als Pfarrer der Gemeinde Marienthal berufen wird, findet er eine ehemalige Klosterkirche vor, die im Stil der Neugotik ausgestattet ist. Wenig aussagekräftig ist die Gestaltung dieser kleinen Kirche in der einsamen Gegend am Niederrhein.

Zwei Dinge kommen Pfarrer Winkelmann zu Gute: seine zahlreichen Kontakte zur Künstlerszene und die Tatsache, dass die Kirche immer noch in Besitz des Staates ist. Es gelingt ihm, nahmhafte Künstler für eine neue und moderne Ausgestaltung der Kirche zu gewinnen. Während der Weltwirtschaftskrise verschafft er so Künstlern Aufträge und setzt gleichzeitig Zeichen, die als Glaubenszeugnisse in dieser Zeit wirken. Auch in der Zeit des Nationalsozialismus bietet Augustinus Winkelmann Künstlern, die mit dem Berufsverbot belegt waren, in Marienthal Arbeitsmöglichkeit und Broterwerb.

Nach dem Krieg führt Augustinus Winkelmann seine künstlerischen Bemühungen fort. Weitere Kunstwerke festigen den Ruf Marienthals als Zentrum moderner sakraler Kunst.

Auch heute noch wirkt sein Einsatz für die moderne Kunst fort. Der Friedhof um die Klosterkirche mit seinen individuell gestalteten Grabmälern zeugt hiervon.